"Once in a lifetime experience"

Liebe Alaska- Freunde,

der vom 11. Juli bis 26. Juli 2009 geplante und inzwischen realisierte Angelurlaub war trotz Finanz- und Wirtschaftskrise, ein voller Erfolg. Leider mussten meine Freunde aus Deutschland kurzfristig absagen, was mir wirklich sehr leid tat.
Trotz allem verbrachte ich zusammen mit meinen beiden Söhnen Florian und Benjamin, einen traumhaften Urlaub und "ultimatives Fliegenfischen" in Alaska!
Bis jetzt habe ich gezögert etwas darüber zu berichten, es könnte ja so aussehen als wollte ich den daheimgebliebenen eine lange Nase machen. Nachdem ich aber erfahren habe, daß man vergeblich auf dieser Seite nach irgendwelchen Bildern, etc. gesucht hatte, änderte ich meine Meinung.

Also:

Bevor es ins Camp ging verbrachten wir ein paar Tage in Anchorage. Das Wetter war himmlisch, mit Temperaturen um die 25 Grad Celsius. Mein Jüngster, Benjamin wollte mir nicht glauben, daß die arktische Sonne mehr Power hat als daheim und bezahlte dies mit einem Sonnenbrand der Superlative. Von kalbenden Gletschern und Wal Watching im "Kenai Fjord" über das "Harding Icefield" bis zum 8000er (Fuß) "Flattop Mountain" gab es viel zu erkunden. Und außer der gigantischen Natur konnten wir eine Tierwelt bestaunen, wie das wohl nur in Alaska möglich ist. Aber da die wilden Tiere auch in Alaska scheu sind, besuchten wir den Zoo um wirklich alle vorkommenden Tierarten life zu sehen. Ein Mietwagen war bei den Entfernungen hierbei unverzichtbar. Hundert Meilen sind hier keine Entfernung. Man musste aber nicht unbedingt aus Anchorage raus um an Sehenswürdigkeiten zu gelangen. Ein Besuch des Museums ist sehr empfehlenswert. Und auf jeden Fall Shopping machen. Mir haben es die "Outfitters" und Sportgeschäfte besonders angetan. In Alaska ist einfach alles größer, hier lernt man wirklich in anderen Dimensionen zu denken.

"Think big"

Der Charterflug von Anchorage nach Goodnews dauert etwa so lange wie ein Flug von Irland nach Deutschland, also etwa 2 Stunden- soviel zum Thema Entfernungen.
Außer zwei Angehörigen von Mike Gorton, dem Lodge Besitzer, waren wir alleine in der DC-3. Also Beinfreiheit ohne Ende!
Von der "Goodnews Bay" bis zur Lodge wurden wir per Jetboat gebracht. Obwohl diese Jetboote an die 500 PS haben verbringen wir trotzdem eine halbe Stunde auf dem Wasserweg. Alleine solch ein Bootstrip ist schon ein Erlebnis. Da es sich um ein ganzes Fluss-System mit etwa 80 Meilen Gesamtlänge handelt und es einige Abzweigungen gibt, kann man sich schnell verfahren. Nicht so die Guides, sie sind allesamt echte Vollprofis. Die meisten sind im Winter Captain in Florida und im Sommer Guide in Alaska.
Nach dem kurzweiligen Bootstrip werden wir, wie gewohnt, überaus herzlich im Camp begrüßt. Normalerweise hält Mike eine kurze Ansprache im Hauptzelt um die Neuankömmlinge einzuweisen, was aber dieses Mal nicht der Fall war. Wir waren nämlich tatsächlich die einzigen Angelgäste!
Alle Amerikaner hatten wegen der Weltwirtschaftskrise abgesagt. Einerseits tat mir das Leid für die Lodgebesitzer andererseits hatten wir die gesamte Staff um uns zu verwöhnen. Auf 5 Angler kamen jetzt 5 Guides, 2 Köche und 1 Bordmechaniker sowie die Inhaber selbst. Außerdem eine eigene
Cabine für jeden von uns. Für die Gäste also ein Paradies auf Erden.

So konnten wir jeden Tag mit einem anderen Guide fischen gehen. Jeder von ihnen hatte so seine Spezialitäten, wie "G" zum Beispiel. Er ist in Insider-Kreisen eine lebende Legende. Sogar ein Lied wurde ihm in Amerika schon gewidmet. Er ist der Triftboat- Spezialist. Bei dieser Technik fischt man vom driftenden Boot in erster Linie auf Regenbogenforellen. Als Köder dient eine "Mous". Diese aus Rehhaar (Elk, Caribou) gebundene Fliege wird trocken gefischt. Für mich ist es die "Königsdisziplin". Hierbei wirft man die Fliege ans gegenüberliegende Ufer und zippelt sie, wie eine natürliche Maus bewegend, quer zur Strömung rein. Als wollte die Maus den Fluß überqueren. Meist sieht man dann erst eine Bugwelle hinter der Fliege und dann erfolgt die Attacke. Da wir mit relativ leichtem Gerät fischen (WF6F) macht eine "Rainbow" um die 5 Pfund, dann ein Riesenspektakel. Wenn sie nach ein paar akrobatischen Sprungeinlagen dann immernoch hängt, hat man Glück gehabt. Wenn nicht ist das auch kein Problem, denn "Catch & Release" ist ohnehin angesagt. Alle Haken sind hier wiederhakenlos (barbless). Regenbogenforellen, Bachsaibling und Äsche werden besonders geschützt. Lachs und Dolly Varden von Fall zu Fall als Trophäen behalten, gebraten oder geräuchert und gegessen. Natürlich darf man auch Fisch mit Nachhause nehmen.

Da es uns in erster Linie um den reinen Spaß am Fliegenfischen und dem Naturschauspiel ging, gehe ich nicht weiter auf Fangergebnisse ein. Erwähnenswert ist, daß Florian als absoluter Beginner, in Sachen Fliegenfischen, den bisherigen Rekord (King) seines Großvaters Friedrich Kirner (Dolly Lama)46 lb, mit 50 lb gebrochen hat. Wir hatten jeweils einen Durchschnitt von 10 Fischen am Tag. Das Gewicht schwankte zwischen 3 Pfund und 50 Pfund, je nach Fischart. Am meisten fingen wir Hundslachse, danach Königslachs, Dolly Varden, Regenbogenforelle, Rotlachs, Buckellachs, in dieser Reihenfolge. Für Silberlachs war es noch etwas zu früh, hätte aber ohne weiteres sein können. Ein "Grand Slam" also alle 5 Spezies an einem Tag, war schon drin. Dazu sagen muß man fairerweise, daß nicht ausschließlich mit Fliege gefischt wurde. Der Wobbler war, je nach Wasserstand (Tidenabhängiges Wasser) öfters zu bevorzugen. Oder einfach um den Wurfarm nicht zu überfordern.

Folgende 5 pazifische Lachsarten kann man fangen:

1. King (Königslachs)
2. Sockeye (Rotlachs)
3. Chum (Hundslachs)
4. Pink (Buckellachs)
5. Coho (Silberlachs)

Außerdem:
Grayling (Äsche), Rainbow (Regenbogenforelle), Dolly Varden ( Saibling), Arctic Charr (Bachsaibling).

Der größte Fisch unter den Lachsen ist mit Abstand der King, er kann hier um die 50- 60 Pfund erreichen.
Der beste Kämpfer unter den Lachsen ist ganz klar der Coho. Er kann so agressiv den Köder nehmen, dass er einem die Rute aus der Hand reißt. Was die Kampfkraft betrifft, so macht dem Coho nur die Rainbow Konkurenz. Beide sind unheimlich starke Fighter.

Bob Stearns, ein sehr bekannter Fliegenfischer aus Amerika, meinte einst:

" The strike feels like you've suddenly hooked a passing Submarine"

Das heißt, man sollte wirklich hochwertiges, zuverlässiges Gerät mitnehmen. Wenn man viel Geld für ein solches Unternehmen ausgibt, sollte man auf keinen Fall hierbei etwas einzusparen versuchen. Im Gegenteil, das Beste ist gerade gut genug. Die Ruten sollten ein gutes Rückgrad und die Rollen eine gute Bremse haben. Ein "Fighting- Butt" ist bei den Ruten von Vorteil.
Obwohl wir nur sehr gutes Gerät dabei hatten, gingen zwei Ruten zu Bruch. Man sollte eben wissen was man seiner Rute zumuten kann und nicht immer auf den Guide hören, auch wenn er ein Profi ist!

Über das Fischen hinaus gab es auch genügend an Wildlife zu sehen. Die Kamera sollte also immer Griffbereit sein. Mit etwas Glück bekommt man Grizzly (Braunbär), Blackbear (Schwarzbär), Moos (Elch), Caribou (Rentier), Bald Eagle (Weißkopf Seeadler), Hawk (Habicht), Otter, Beaver (Biber) oder sonstiges Getier vor die Linse.
Obwohl das Wetter normalerweise unberechenbar ist, hatten wir großes Glück diesbezüglich. Es schwankte in den letzten Tagen zwischen saukalt bis heiß. Zwischen 5 und 30 Grad. Deswegen war richtig gute Kleidung angebracht. Da das Wetter schnell wechselt, hat sich die Zwiebeltechnik wieder einmal bewährt, d.h. mehrere, atmungsaktive Teile übereinander anziehen. Funktionsunterwäsche, Polar Fleece und darüber Goretex. Auf jeden Fall leicht und warm. Eine absolut wasserdichte Watjacke war unentbehrlich, denn wenn es regnet dann richtig.

Was die Moskitos betrifft, so brauchte man sich hier weniger Sorgen machen. Im Gegensatz zu anderen Teilen Alaskas, Kanada oder NWT gibt es hier nur wenige, Dank einer stetigen leichten Brise von der nahegelegenen Beluga Bay.


CHECKLISTE für nächstes Mal

Angelgerät:
Fliegenrute 8 ft # 4-6
Fliegenrute 9 ft # 7-9
Zweihandrute 12- 15 ft # 10-12
Rollen für o.g. Ruten mit WF- Schnüren in Floating, Intermediat u. Sinking, 100 m Backing
Floating Line mit Shooting Head 400- 500 Grain (optional)
Vorfachmaterial von 0.18 bis 0.50er Nylon (6- 25 lb)
Verjüngte Vorfächer in verschiedenen Stärken
Fliegenboxen mit Trockenfliegen, Naßfliegen, Streamern ( im Camp erhältlich)
Spinnrute 9 ft # 30- 60 Gramm Wurfgewicht
Spinnrute 10 ft # 40- 80g WG
Rolle (Stationär oder Multi) mit 150 m 30-40er Nylon
Rolle mit 150 m 40-50er Nylon
Spinner, Wobbler (im Camp erhältlich)

Zubehör:
Rucksack (Backpack)
Jagd- u. Anglermesser
Multitool
Clip
Pol-Brille
Sonnenschutzmittel
Fotoausrüstung

Kleidung:
Wollsocken u. Strümpfe
Unterhosen kurz
T-Shirts
Funktions- Unterwäsche, lang, warm
Wärme- u. Wohlfühlhose, Fleece
Funktionsshirt (Fleece)
Fleece Pullover
Hooded Fleece
Trecking- u. Freizeithose
Reiseschuhe
Latschen (Baggy Pants)
Wathose (Goretex)
Watschuhe (Filzsohle)
Watjacke (Goretex)
Fliegenweste
Wollmütze, Baseball Cap

Sonstiges:
Waschbeutel (Toilet Kit)
Reiseapotheke
Sonnencreme u. Lippenbalsam
Lesebrille
Schreibzeug
Taschenlampe
Fernglas, klein
Repair Kit (inkl. wasserfeste Steichhölzer)
MP3- Player
Handy
Papiere (Reisepass)
Tickets

"Tight Line"
Harry


Laßt jetzt Bilder sprechen!

Inspiration in AnchorageWunderschöner Artic FoxMasken der InnuitsIm GoldrauschWeltgrößter Hafen für Wasserflugzeuge direkt vor unserer Unterkunft in AnchorageMietwagen mit 50 Jahre Alaska NummernschildWolf
BlackbearOutfitter vom FeinstenFlattopmountainNativs haben keine HöhenangstFlorian on Top of the WorldElchkuh in freier WildbahnSeward am Kenai Fjord
Otter im GletscherwasserBuckelwalWeißkopfseeadlerKings gibts offensichtlich auch im Kenai FjordSeelöwe mit RobbenAlaska FlaggeBeim kalben
Im Bush TaxiOder Privat Charter FlightPrivat Charter mit BeinfreiheitAlaska RanchAnkunft in Goodnews BayGoodnews CityIm Jetboat zur Lodge
Jeff einer der besten GuidesFreundlicher MorgengrußVor der CabineFisherman's FriendNach 2 Minuten den ersten Lachs im LebenEin blitzblanker Chromer (Hundslachs)Mike filetiert den Shore lunch King
24 Inch Regenbogen an der MausHundslachs im LaichkleidBenjamin mit seinem ersten LachsDas perfekte DinnerDa verbeugt sich die Rute vor einem stolzen FischDriftboat Fishing mit GTrocken gemaust
FliegenfischenFishing Gallery1