..für Einsteiger

Wer sich einen eigenen Bogen zulegen möchte, der sollte wissen ob er ein Links oder Rechtshandschütze ist. Hier kommt es darauf an mit welcher Hand ich die Sehne ziehe, d.h. ein Rechtshandschütze hält den Bogen mit der Linken Hand und nockt den Pfeil, mit der meist geschickteren, rechten Hand ein.
Ein Bogen für Rechtshandschützen hat die Pfeilauflage bzw. das Shelf auf der linken Seite des Bogens (vom Schützen aus gesehen).

Zum Spannen des Bogens empfehlen wir die Verwendung einer Spannschnur. Es gibt natürlich auch andere Techniken, vor allem die Durchsteigemethode. Wer diese wirklich beherrscht kann seinen Bogen problemlos und schnell auf und abspannen ohne die Wurfarme zu verdehen, dies ist aber gerade bei Einsteigern riskant. Sind die Wurfarme erst einmal verdreht ist es meist zu spät (reimt sich sogar).

Zum richtigen Einstellen des Bogens (Tuning) muss zunächst die Standhöhe (Spannhöhe) ermittelt werden. Die meisten Bögen haben eine vom Bogenbauer empfohlene Standhöhe angegeben, z.B. von 6,5 Zoll bis 7". Das entspricht in etwa der "Faustformel" (Fistmel) bei einem englischen Langbogen. Ein American Flatbow oder Recurve benötigt da etwa 1 Zoll mehr, das hängt aber vom Bogenbauer ab. Da wir durch die Abstimmung der Standhöhe am meisten bewirken (Pfeilflug, Geschwindigkeit, Abschußgeräusch, Handschock) empfehlen wir hierfür die Verwendung eines Checkers (siehe Equipment). Der Abstand vom tiefsten Punkt im Griffstück bis zur Sehne ist relevant. Mit dem Checker kann ich darüberhinaus auch den Nockpunkt festlegen oder nachstellen. Ein zu hoher oder niederer Nockpunkt bewirkt ein Reiten des Pfeils. Ein Pfeil der wie an einer Schnur gezogen daherkommt, sieht nicht nur ästhetischer aus, er verliert unterwegs auch weniger Energie, fliegt somit weiter und trifft besser.

Bei o.g. Maßnahmen gilt auch wieder "Probieren geht über studieren"! Eines sollte man auf keinen Fall probieren und das ist das Ausziehen und lösen des Bogens ohne Pfeil auf der Sehne. Ein einfacher Holzbogen wird dies warscheinlich nicht überleben und ein laminierter Bogen bestimmt Schaden nehmen. Es ist so ähnlich wie wenn ein Boxer ins Leere schlägt oder man ein Luftgewehr ohne Kugel abfeuert. Man spricht hier auch von einem Trockenschuß.

Zum Schluß kommt noch der wichtigste Tipp: behandle Pfeil und Bogen immer wie eine Waffe, die niemals auf andere Personen gerichtet werden darf, schieße nie den Pfeil senkrecht in den Himmel und gehe immer auf Nummer sicher. Ein gebrochener Bogen kann jederzeit ersetzt werden, ein Auge aber nicht. Was das Auge angeht, so passe beim ziehen deines Pfeiles immer gut auf, dass niemand hinter dir steht, denn der Nock des Pfeiles kann größere Verletzungen hervorrufen als die Pfeilspitze. Noch eins in Punkto Sicherheit: checke Pfeil, Bogen und Sehne vor jedem Schießen. Hat der Pfeil einen Knacks, zerbrich ihn ganz, zeigt die Sehne Verschleißerscheinungen, wechsle sie aus. Eine gebrochene Sehne kommt einem Leerschuß gleich, was den Bogen kosten kann.
BogenspannschnurOberer Wurfarm
Unterer Wurfarm
BogensportEquipmentDisziplinenInstinktives Schießen Pfeil und Bogenbau